
Entdecken Sie die Magie
echter Vintage Gitarren
Vintage oder gebraucht? Was ist Vintage – und was ist „nur“ alt? Dazu gibt es sicherlich verschiedene Ansätze und Definitionen. Manch einer behauptet, eine neue Gitarre sei in 50 Jahren ebenfalls Vintage. Nun, das ist sicher nicht der Fall. Das widerspricht schon allein der Definition des Wortes „Vintage“.
Vintage-E-Gitarren sind für uns klassische Instrumente, die zwischen 1950 und 1965 gebaut wurden – mit einer Erweiterung bis 1975. Warum das so ist, möchten wir hier erläutern.
Das Goldene Zeitalter
von E-Gitarren

Vintage-Gitarren sind alte, seltene und oft wertvolle Instrumente von historischem und sammlerischem Wert. Die Frage ist dabei sicherlich nicht, ab wann eine E-Gitarre als „Vintage“ gilt, sondern bis wann. The Golden Age of Electric Guitars: von der ersten Fender Esquire im Jahr 1950 und der ersten Gibson Les Paul Goldtop im Jahr 1952 bis zu den ersten, bei beiden Firmen nahezu zeitgleich erfolgten Einschnitten im Jahr 1965.

Wenn Qualität
auf Effizienz trifft
Offiziell wurde Fender am 1. Januar 1965 an CBS verkauft, Änderungen in der Produktion waren allerdings bereits Mitte bis Ende 1964 sichtbar. Ab dem Frühjahr 1965 stellte Gibson die Produktion nahezu vollständig auf eine schmalere Sattelbreite um und ersetzte – ebenso wie Fender – das bis dahin verwendete Rio-Palisander durch indisches Palisander. Bei Fender veränderten sich die Konturen der Stratocaster deutlich, die Formen wurden grober, und es wurde zunehmend mehr Wert auf Effizienz als auf Gitarrenbaukunst gelegt. Ab 1968 verwendete Fender dann Polyurethan-Lacke. Im Jahr 1969 wurde Gibson an den Norlin-Konzern verkauft; auch dort vollzog sich der Wechsel von Qualität hin zu Quantität und Kosteneffizienz. Mehrteilige Korpusse, weniger stark gewölbte Les-Paul-Decken, dickerer Lack.

Still Vintage,
Still Iconic
Dennoch sind viele CBS- oder Norlin-Gitarren mittlerweile gesuchte Sammlerstücke, die insbesondere im historischen Kontext der Rock- und Bluesmusik eine wichtige Rolle spielen. Deshalb würden wir die Jahre 1965 bis 1974 noch immer als „Vintage“ einordnen. Ab 1975 kamen jedoch weitere Veränderungen in der Produktion der Fender- und Gibson-Klassiker hinzu, die schließlich dazu führten, dass sich die Instrumente deutlich von ihrem Ursprung entfernten. Die Les Paul erhielt eine Nashville-Brücke und einen dreiteiligen Ahornhals, und die Strat verlor ihre staggered Pickups.


Jenseits von Labels:
Finde deine Gitarre
All das sind sicher Nuancen und eine Klassifizierung Vintage oder Used ist im Prinzip unwichtig und unnütz. Vielmehr gilt es sein persönliches Instrument zu finden, egal aus welchem Produktionsjahr. Es gibt aus jedem Jahr gut und schlechte Exemplare und selbst dies ist rein subjektiv.
Instrumente
mit Seele
Warum nun Vintage-Gitarren? Vintage-Gitarren vermitteln ein besonderes Spielgefühl. Vintage-Gitarren sind Zeitzeugen, sie wurden unter Umständen gebaut bevor sich ein Musikstil überhaupt entwickelte und waren teilweise maßgeblich für die Entwicklung eine Musik- oder Spielstiles verantwortlich. Man hält ein Stück Musikgeschichte in den Händen, eine Baugleiche Gitarre mit der zum Beispiel ein spezieller Song aufgenommen wurde, die bei einem legendären Konzert zum Einsatz kam, oder die man mit einem bestimmten Künstler in Verbindung bringt. Es ist immer die Summe aus allem was Vintage-Gitarren so begehrt macht.

Die Gitarre die
auf dich reagiert
Immer wieder hören wir von professionellen Musikern, die bei uns eine besondere Vintage-Gitarre spielen, dass sie überwältigt sind, wie stark diese Instrumente auf ihre Spielweise reagieren und wie viel leichter sie sich mit ihrer Hilfe musikalisch ausdrücken können. Das Ansprechverhalten, das Frequenzspektrum und die Tonentfaltung spielen dabei sicher eine wichtige Rolle. Aber auch hier gilt: Entscheidend ist immer die subjektive Wahrnehmung.
Investitionen
mit persönlicher Verbindung
Vintage-Gitarren als Investment – wir werden häufig gefragt, welche Gitarren sich besonders gut als Wertanlage eignen. Leider können wir nicht in die Zukunft sehen. Gerade in den Covid-Jahren ist der Markt förmlich explodiert, und die Preise haben sich teilweise verdoppelt. Das war sicher ein besonderer, einmaliger Effekt, und einige Preise haben sich inzwischen wieder relativiert. Dennoch ist der Markt stabil, und manche Gitarren steigen weiterhin im Wert.
Generell gilt: Je cleaner die Gitarre ist, je vollständiger das Zubehör und je seltener die Ausführung, desto besser. Mainstream-Modelle von Fender und Gibson wie Les Paul, Stratocaster, Telecaster, ES-335 und Jazzmaster sind sicherlich besser geeignet als Exoten. Unabdingbar ist aber ein persönlicher Bezug zum Instrument, also ein weiterer Sinn in der Anschaffung als der reine Investmentgedanke. Ein Instrument, das ich mit meinem Lieblingsgitarristen, mit einem Geburtsjahr oder mit einer anderen persönlichen Verbindung verknüpfe, hat einen ganz anderen Wert – man sollte Freude an seinem Kauf haben.

Eine Vintage Gitarre
authentifizieren

Die Königsdisziplin. Wie oft hören wir: „Da hat mein Bekannter eine UV-Lampe draufgehalten und gesagt, der Lack sei echt.“ Oder: „Die Pickups klingen so gut, die müssen original sein.“ Leider ist das alles nicht so einfach. Es bedarf jahrelanger Erfahrung, um eine Vintage-Gitarre als original zu verifizieren. Doch nicht nur das: Viele international als absolut renommiert geltende Experten zehren von ihrem Ruf aus einer Zeit vor dem Internet, vor hochauflösender Digitalfotografie, vor Online-Datenbanken und insbesondere vor dem globalen Austausch innerhalb der Szene, der dadurch erst möglich wurde. Seinerzeit wurde einfach nicht so intensiv hingeschaut, die Werte waren deutlich geringer, und die damit verbundene Verantwortung als Händler war wesentlich kleiner.
Ziele
erreichen mit Leidenschaft, Technologie
und globaler Vernetzung
Wir sind Teil einer neuen Generation von Händlern, die mit deutlich mehr Tiefe und Leidenschaft arbeitet. Wir nutzen alle technischen Hilfsmittel und sind offen für jede neue Möglichkeit, die uns helfen kann, unser Ziel zu erreichen. Wir sind bis ins Detail versessen, bestens vernetzt und ein fester Teil der weltweiten Vintage-Community. GuitarPoint ist weltweit renommiert, und wir haben einige der exklusivsten Instrumente gehandelt. Dabei ruhen wir uns nie aus, sondern lernen jeden Tag dazu.

Jedes Detail
zählt
Der Prozess der Authentifizierung kann unterschiedlich lange dauern – je nach Modell und Farbe von wenigen Minuten bis zu mehreren Tagen. Je nach Modell gibt es prägnante Stellen, die wir uns zuerst ansehen, um zunächst eine Fälschung auszuschließen. Gerade bei Fender-Gitarren sind unzählige Fälschungen im Umlauf: entweder vollständig neu gebaute Instrumente mit teilweise alten Originalteilen oder Gitarren, die zur Wertsteigerung in einer „Custom Color“ lackiert wurden und als Original angeboten werden. Deshalb ist es unerlässlich, bei einem renommierten Händler zu kaufen. Für Laien ist es fast unmöglich, ein gut gefälschtes Instrument als solches zu entlarven.
Transparenz
ist ein Muss
Neben Fälschungen gibt es natürlich auch Instrumente, an denen im Laufe der Zeit Modifikationen vorgenommen wurden. Das hat oft ganz praktische Gründe – schließlich wurden sie als das benutzt, was sie sind: Musikinstrumente. Fender-Tonabnehmer zum Beispiel sind sehr fragil; die Drähte ihrer Spulen sind dünner als ein menschliches Haar und nicht für die Ewigkeit gebaut. Fünfwegschalter sind deutlich praktischer als Dreiwegschalter, und ein Stoptail auf einer 60s ES-335 klingt vielleicht besser als ein Trapez-Tailpiece. Manche Modifikationen bleiben erhalten und werden als ehrliche Player-Mods verkauft, häufig werden solche Details jedoch verschwiegen – weil schlicht nicht genau genug hingeschaut wird. Oft werden Dinge unter den Teppich gekehrt, oder es wird nicht sauber gearbeitet. Wenn ein Humbucker-Cover einmal abgelötet wurde, löten wir es erneut ab, um zu prüfen, was darunter liegt – das ist für uns Pflicht. Wir stehen dafür gerade. Jede Modifikation wird erwähnt und im Preis berücksichtigt.

Warum Schwarzlicht
allein keine Antworten liefert
Zum Thema Schwarzlicht beziehungsweise UV-Licht: die wichtigste unwichtigste Sache. Ohne zu wissen, wonach man sucht, ist es völlig nutzlos. Es leuchtet grün, also ist der Lack original? „Well, it blacklights right …“ Das hören wir selbst von renommierten Händlern. Völliger Unsinn. Der Lack von Vintage-Gitarren leuchtet unter UV-Licht grün, weil durch die Zersetzung der enthaltenen Bestandteile im Laufe der Zeit sogenannte Fluorophore entstehen.
Insbesondere die Klarlack-Schicht leuchtet grünlich. Es ist aber durchaus möglich und eigentlich die Regel, dass eine in den 60ern, 70ern oder gar 80ern neu lackierte Gitarre grün leuchten kann – insbesondere wenn ähnlicher Nitrolack verwendet wurde. Über die Originalität des Lackes sagt der UV test zunächst fast gar nichts aus. Es geht vielmehr um Inkonsistenzen, Unterschiede im Farbverlauf, mit bloßem Auge nicht direkt erkennbare Ausbesserungen oder strukturelle Arbeiten am Holz selbst. Viel wichtiger ist UV-Licht z.B. um zu verifizieren, ob ein Fender Hals zum Body gehört, oder ob Plastikteile original sind. Gewusst wie – ist hier einfach unumgänglich. Der UV-Test ist zwar bei jeder vernünftigen Begutachtung Pflicht, aber nur als Hilfestellung. Viel wichtiger ist z.B der Geruch eines Lackes – eine Gitarre hat je nach Hersteller und Baujahr einen charakteristischen Geruch den man nicht Fälschen kann. Ausserdem kann es die Textur des Lackes sein, die Beschaffenheit des Lacks in den Cavities, die Art des Weatherchecking, Fading und andere Gegebenheiten, die uns helfen, die Originalität zu verifizieren.

Das nächste Level –
wir authentifizieren mit wissenschaftlicher Materialanalyse
Bei Vintage-Finishes gibt es Details, die visuell plausibel wirken, sich ohne zusätzliche Daten jedoch nur schwer belastbar einordnen lassen. Deshalb nutzen wir FTIR-Spektroskopie, um die Lackchemie instrumentenschonend direkt am Instrument zu messen – ohne die Entnahme von Lacksplittern, wie sie bei manchen chemischen Prüfungen erforderlich wäre. Aus der Messung entsteht eine charakteristische Materialsignatur des Finishs, die wir mit Referenzen abgleichen. Der Kern dieses Ansatzes ist unsere umfangreiche Referenzdatenbank, die Messdaten von Hunderten Instrumenten beinhaltet. Diese täglich wachsende Datenbank bildet die Grundlage dafür, dass aus einer Messung mehr wird als ein einzelnes Spektrum. Ein Spektrum enthält spezifische „Fingerprints“, die sich eindeutig verschiedenen Herstellern und Epochen zuordnen lassen.
FTIR ist für uns ein zentraler Baustein, weil es objektive, reproduzierbare Messdaten liefert und damit zusätzliche Kriterien schafft, die unsere Bewertung absichern. Gleichzeitig ist FTIR keine vollständige Instrumenten-Authentifizierung. Aussagekraft entsteht erst durch eine korrekte Messung, fachgerechte Interpretation und die Einordnung in den Gesamtbefund. Genau so setzen wir FTIR ein: als messbasierte Ergänzung unserer klassischen Analyse, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Finish selbst.
Technisch beruht FTIR auf der Messung der Infrarotabsorption. Das Spektrum zeigt charakteristische Banden, aus denen sich Hinweise auf Lack- und Bindemittelsysteme ableiten lassen. Das ist besonders hilfreich bei Fragestellungen rund um zeittypische Lacksysteme sowie bei Verdacht auf Eingriffe wie Overspray, lokale Ausbesserungen oder komplette Neulackierungen. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelnes Signal, sondern das Gesamtprofil im Abgleich mit belastbaren Referenzen.
Je nach Fragestellung verwenden wir unterschiedliche FTIR-Messgeometrien. Welche Probentiefe tatsächlich erfasst wird, hängt vom Messziel, vom Material, von der Messgeometrie und von der Oberflächenbeschaffenheit ab; deshalb arbeiten wir mit definierten Abläufen und interpretieren jede Messung im konkreten Kontext.
FTIR ist ein etabliertes Verfahren der Materialanalytik und wird seit Jahrzehnten unter anderem auch zur Untersuchung historischer Lacke und Bindemittel in der Restaurierung eingesetzt, beispielsweise im Kunstkontext. Unsere Gesamtbewertung bleibt jedoch bewusst ganzheitlich: Wir kombinieren FTIR mit Datierung, Spezifikationen, Hardware- und Elektronikprüfung, Seriennummern- und Fertigungsmerkmalen sowie einer detaillierten Sichtprüfung und historischen Einordnung. Für Spezialfragestellungen und methodische Gegenprüfungen arbeiten wir zudem eng mit einem auf Lacke spezialisierten Labor zusammen. So entsteht eine Bewertung, die fachlich begründet, nachvollziehbar dokumentiert ist und dem Instrument gerecht wird.


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